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Liga-Beurteilung: Riven, die Verbannte

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Skribbles

Associate Writer

09-12-2011



Kandidat: Riven
Datum: 9. September, 21 CLE

BEOBACHTUNG

Die Last, die Riven mit sich herumträgt, scheint spürbar in der Luft um sie herum zu hängen. Die Überreste ihrer noxischen Rüstung sind angelaufen, sie künden vom fehlenden Pflichteifer. Das zerbrochene Schwert, das sie trägt, ist an sich so schwer, dass, sich die ursprüngliche Größe der Klinge vorzustellen kaum möglich scheint.
Sie ist vom Widerhall der Schlacht umgeben. Er glüht in ihren Augen, ist spürbar in ihrem Griff und folgt sich in ihrem Schritt. Er verlässt sie nie. Sie ist auch jetzt noch immer dort, mitten in der Schlacht, als sie durch die Marmortür tritt.

BETRACHTUNG

Rivens Finger umspielten die Ränder der Runeninschrift auf ihrer Klinge – eine Gewohnheit, deren Bedeutung lange verloren ging. Ihre Gedanken schweiften dorthin, wo sie oft endeten, wenn Dunkelheit sie umgab – hin zu dunklen Erinnerungen. Sie biss die Zähne zusammen. Es gab nichts, das so verletzend war wie die Erinnerung eines schuldbeladenen Geistes.

Sie zuckte unwillkürlich zusammen, als die Szenerie ihres Todes sich vor ihr manifestierte.

Feuchte Nebelschwaden waberten zaghaft über der Talsohle, als widerstrebe es ihnen, die Schrecken des Tages zu verschleiern. Der Gestank, der einem den Atem nahm, verriet ihre Bemühungen, hätte der Geruch die ionische Landschaft nicht voll und ganz durchdrungen. Der Tod war dieser Tage ein ständiger Bewohner der düsteren Insel und er griff mit jeder verstreichenden Stunde weiter um sich. Nach zahllosen ähnlichen Schlachtfeldern beachtete Riven es gar nicht weiter.

Die Dämmerung zog herauf, während die Kompanie weiter marschierte und das Stampfen ihrer Stiefel auf der schmutzigen Strecke schwer und dumpf erklang. Rivens eigene Stiefel waren vom Schlamm in ein tiefes Braun gehüllt. Stechende Übelkeit überfiel sie, als ihr bewusst wurde, dass es kein Regenwasser war, welches den Erdboden durchnässte.

Sie zwang den Gedanken aus ihrem Kopf. Es würde mehr Felder, mehr Nebel, mehr entsetzlichen Dreck geben – sie würde auch später noch Zeit haben, darüber nachzudenken. „Konzentration ist essentiell“, pflegte ihr Ausbilder zu blaffen. „Im Durcheinander der Schlacht passieren eine Menge Dinge, aber du kannst nur eine Sache nach der anderen und nie zwei Dinge gleichzeitig erledigen.“
Jetzt war dies das Marschieren.

Die Zorn-Kompanie war tagelang marschiert, um zum Rest des 42. Standard-Regiments aufzuschließen und der trostlose Pfad im Schlepptau der Zhaunitischen Schmelzer war … chaotisch. Im Krieg drehte sich alles um Verluste, aber die wachsende Zahl ziviler Opfer war schwindelerregend. Das Oberkommando hatte erwartet, dass die friedliebenden Ionier sich geschlagen geben und sich angesichts Noxus‘ verheerender militärischer Gewalt ergeben würden. Stattdessen war der Widerstand erbittert und unbeugsam. Für eine Gesellschaft, die Pazifismus predigte, zögerten die Ionier nicht, sich die Hände schmutzig zu machen.

Riven war beeindruckt.

Dies war eine besonders grausige Szenerie. Das Coeur-Tal war eine der wenigen Passagen, durch welche die Schmelzer die Gebirgsausläufer des nördlichen Shon-Xan überqueren konnten. Die Ionier hatten am Morgen dort verzweifelt Widerstand geleistet und hofften, das Vorankommen von Zhauns Todesmaschinerien eindämmen oder verlangsamen zu können. Es war ein empfindlicher Misserfolg für Ionia. Sie waren nicht einmal auf die Hälfte der Truppen getroffen, die der noxische Geheimdienst erwartet hatte. Und es waren reichlich Gegenmaßnahmen ergriffen worden, lange bevor die Schmelzer den Übergang versuchten. Doch trotz eines solch geringen Widerstandes blieb Riven die große Menge noxischer Uniformen, die zwischen den Toten lagen, nicht verborgen.

Ein oder zwei Tage zuvor hatte das noxische Säuberungskommando Verstärkungen angefordert.

Näherkommende Schritte richteten Rivens Aufmerksamkeit wieder auf den Weg. Jemand kam von vorn auf die Gruppe zu. Riven erhob ihre Klinge, womit sie die Kompanie zum Stillstand brachte und sich so selbst in den Schatten der Waffe begab. Es war eine wahrlich noxische Waffe, geschmiedet, um beim bloßen Anblick Furcht hervorzurufen.

Die Gestalt trat aus dem Nebel. Es war ein Mädchen, ein paar Jahre älter als Riven, das stolpernd vorwärtsging. Ihre Kleider waren zerrissen und blutgetränkt. Als sie die Kompanie erblickte, weiteten sich ihre Augen.

„Nein, nein, nein, nein, nein“, murmelte sie. „Nicht noch mehr, bitte.“ Sie fiel auf ihre Knie und begann zu weinen. Riven befahl zwei Männern das Mädchen herzuholen. Der Umgang mit Zivilisten war zu einer Routinearbeit geworden, welche die Männer im Verlauf der vergangenen Wochen müde gemacht hatte. Sie waren ausgebildet worden, Soldaten in der Schlacht zu töten, nicht dazu, hilflose Zuschauer abzuschlachten. Ionia hatte noch nicht einmal ein stehendes Heer.

Nur die Stärksten überleben, erinnerte sich Riven.

Die zwei Soldaten erreichten das Mädchen und stellten sich jeweils auf einer Seite neben sie, jeder von ihnen hoffend, der andere würde die Führung übernehmen. Riven war schon dabei einzuschreiten, als das Mädchen eine schnelle Bewegung ausführte und ein dünner, roter Nebel vor ihr aufzog. Die beiden Soldaten sackten zusammen und waren tot bevor sie auf dem Boden aufkamen.

„Hinterhalt!“ Ihre Warnung ging in den Schreien ihrer Soldaten unter. Zu allen Seiten der Kompanie erhoben sich Leichname mit Waffen in der Hand, die ihre Reihen stürmten. Doch sie waren nicht tot. In ihren Augen glühte eine sehr lebendige, hasserfüllte Entschlossenheit. Riven erinnerte sich an die Geheimdienstberichte: weniger als die Hälfte des erwarteten Widerstandes. Es war eine Falle. Die Ionier hatten dies die ganze Zeit geplant.

Die Nachhut war bereits überwältigt. Riven schrie in Richtung der Einheit, sie sollten die Verteidigungsformation einnehmen. Die Armee musste gewarnt werden. Sie zog eine Warnfackel aus ihrem Gürtel und feuerte sie in den dunklen Himmel. Fahles grünes Licht erhellte das gesamte Tal.

Einer der Ionier sprang auf Riven zu. Sie führte einen Hieb nach oben aus und schlitzte ihn der Länge nach auf. Die Ionier waren im Vorteil, doch Riven gehörte nicht zu denen, die einfach so aufgaben. Falls sie sie im Kampf besiegen konnten, verdienten sie den Sieg. Die Stärksten würden überleben.

Die verbliebenen noxischen Soldaten schlossen die Reihen zusammen, Rücken an Rücken. Fast die Hälfte der Kompanie war bereits tot oder lag im Sterben. Die Ionier nahmen sich nun Zeit und kosteten die wachsende Verzweiflung der Noxier aus.
Sie waren umzingelt und in Unterzahl. Ihre Männer waren müde, demoralisiert. Die Ionier dagegen trieb ihr Hass an. Sie fragte sich, wie lange sie dort gelegen hatten, zwischen den Körpern ihrer gefallenen Freunde, und auf diesen Moment gewartet hatten. Sie griff fester um ihr Schwert. So oder so, sie würde dem ein Ende setzen.

Dreißig Fuß vor ihr explodierte ein gleißender Lichtball, der die Ionier durch die Luft fliegen ließ. Riven wirbelte herum, auf der Suche nach einer Quelle, gerade in dem Augenblick, als eine weitere Explosion am Rande des noxischen Kreises einschlug. Rivens Ohren klingelten, alles, was sie hören konnte, war ihr Herzschlag. Noxische und ionische Soldaten versanken im Chaos, einige kämpften, andere rannten, wieder andere … zerkratzten ihre Haut.

Und dann verstand sie. Die Schmelzer hatten das Feuer auf sie eröffnet.

Nur die Stärksten überleben, wiederholte sie … doch dies war hier bedeutungslos. Niemand würde überleben. Eigentlich hätten die Ionier diesen Kampf gewinnen müssen, doch auch sie würden sterben. Wie war dies mit der noxischen Maxime zu vereinbaren?

Als sie aus dem verfluchten Tal floh, erschütterten Explosionen den Boden um sie herum. Soldaten auf beiden Seiten waren einem grauenhaften, unaussprechlichen Tod überantwortet worden. In diesem Moment veränderte sich etwas tief in ihrem Inneren. Die Überzeugung, mit der sie kühn in die Schlacht gezogen war, hatte sich verflüchtigt und ohne sie war sie … verloren.

Die Erinnerung näherte sich ihrem Ende. Auch wenn sie ihn tausende Male durchlebt hatte, verstand Riven nie, weshalb dieser Tag so verlief, wie er es getan hatte. Sie wusste nicht, weshalb sich Noxus auf Zhauns grauenhafte Techmaturgie anstatt auf seine eigene militärische Stärke verließ. Sie wusste nicht, weshalb sie den Hinterhalt nicht kommen sah. Sie wusste nicht, weshalb sie überlebt hatte.

„Weshalb möchtest du der Liga beitreten, Riven?“ Hinter ihr stand das weinende Mädchen, blutverschmiert, Tränen von ihren Wangen rinnend. Aber die Stimme gehörte nicht zu ihr.

„Das ist nicht richtig“, begann Riven, doch das Tal um sie herum begann, sich aufzulösen. Dies war eine Art Täuschung.

„Weshalb möchtest du der Liga beitreten, Riven?“

„Was bist du …“

„Weshalb möchtest du der Liga beitreten?“ Ungeduld.

„Ich weiß es nicht!“ spie Riven. Das Eindringen in ihren Geist hatte ihr einen Stich versetzt. Sie hatte jahrelang mit dieser Erinnerung gelebt, doch sie war etwas, das sie nicht teilte, nicht teilen konnte. Sie atmete tief durch. „Einst kämpfte ich für etwas, doch das war eine Lüge.“ Mit ihrer eigenen Stimme gesprochen taten ihr die Worte weh. „Ich liebe Noxus noch immer, das wird nie anders sein. Aber jetzt … will ich nach meinen eigenen Regeln kämpfen.“

„Wie fühlt es sich an, seine Gedanken nicht verbergen zu können?“

Riven durchdachte diese Frage. So oft wollte sie sich jemandem anvertrauen, jemand anders ihre Last schultern lassen. Aber die Geschichte zu erzählen – selbst wenn sie durch ihre eigenen Augen betrachtet wurde – linderte den Schmerz nicht. Er gehörte ganz allein ihr und einige Dinge konnte man niemals teilen.

„Zur Schau gestellt oder nicht – es ändert gar nichts.“

Dann war das Mädchen verschwunden. Ihr zerbrochenes Schwert schimmerte schwach an ihrer Seite. Die Illusion hatte ihre Privatsphäre verletzt, aber sie hatte das vormalige Gewicht ihres Schwertes fast vergessen. Wie als Antwort umspielte ein blassgrüner Umriss das Bruchstück und zeichnete die frühere Form der Klinge nach. Sie fühlte einen Schauer der Bestätigung. Vielleicht war sie am Ende doch nicht so alleine.


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Phaseroll

Senior Member

09-12-2011

Nett.


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Delíght

Senior Member

09-12-2011

Spotlight?


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Sephi51

Senior Member

09-12-2011

wenn kein spotlight kommt, kommt auch keine Riven richtig?
bzw kommt wohl erst Donnerstag oder so


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Missslyckad

Junior Member

09-12-2011

Danke, danke danke, für das rework, sie sieht soooooo viel besser aus <3


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Maborus

Senior Member

09-12-2011

Zitat:
Sephi51:
wenn kein spotlight kommt, kommt auch keine Riven richtig?
bzw kommt wohl erst Donnerstag oder so


der champ kann auch ohne spotlight kommen so wie yorick damals. aber es is trotzdem total behindert wenn kein spotlight kommt


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Nag4ti

Member

09-12-2011

Tl;dr


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PapstJL4U

Senior Member

09-12-2011

**** Yeah, gutes Artwork. Das alte war dann doch schon...naja, was soll man sagen, aber wenn man schon als laie, der kunst in der 10 klassen abgewählt hat, die deformation erkennt, dann ist es nicht so toll.

aber auch die ganze körperhaltung und der gesichtsausdruck verleihen der Riven viel mehr stärke, wie es sich für das "I am an exil-muth****a"- Klichee gehört


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Drietekim

Senior Member

09-12-2011

Die News vorher sagte dass die 2. (Vor-)Saison morgen beginnt....bzw. heute.

Für uns heißt das sicherlich erst am Mittwoch.Wie fast immer


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H4ZELNUSS

Member

09-12-2011

Hm hoffe sie ist nacher da wenn ich aufwache